Qualen der Depression
Unter den Leiden, die die
menschliche Kreatur plagen, zeigt sich in der zeitgenössischen Gesellschaft die
depressive. Verwirrung als besonders bedeutsam.
Seit jeher bekannt, befällt sie
heutzutage außerordentliche viele.
Verbunden mit verschiedenen
organischen und psychologischen Störungen, sucht sie die mit wissenschaftlichen
und technologischen Kenntnissen versehen Individuen - doch auch andere - heim,
denen häufig die Selbstkrontolle, d.h. die Selbst-Identifikation
Mit Melancholie und Traurigkeit
verwechselt, zerstört sie nicht selten die Gefühle ihrer Opfer und schiebt sie
indirekt, dadurch dass diese ihre existentiellen Interessen aufgeben, oder
direkt, mit einem Sprung in den Abgrund von Wahnvorstellungen, in den Suizid.
Die Griechen identifizierten sie
als Melancholie, weil sie im Organismus einen Überschuss an schwarzer Galle
vermuteten - eine von Galeno stammende Idee, gemäß seiner Studie über die vier
Temperamente - ein legendäres Erbe Adams.
Im ersten Quartal des 20. Jahrhunderts
benannte der hervorragende Psychiater Emil Kraeplin diesen Zustand, angesichts
von Patienten mit psychotischen Erscheinungen - sie glaubten in ihrem
Organismus funktionslose Teile auszumachen, die sie nicht mehr nach normaler Verdauung
ausscheidbarer Nahrung zuschrieben, die sie hatten einnehmen müssen - Melancholia
delirans.
Traurigkeit anderseits ist eine
natürliche Emotion, die sich bei allen Menschen. einstellt, angesichts von Problemen
und Schwierigkeiten als Folge von Enttäuschungen, Schocks, Unzufriedenheit,
meist von, kurzer Dauer.
Sobald die krankhaften Wirkungen
des Geschehnisses, die sie auslösten, aufhören, normalisiert sich das Verhalten
wieder.
Begreiflicherweise gibt es
Gefühle der Trauer als unmittelbare Folge von Konflikten und Schmerzen, Folgen
eines existentiellen Prozesses, doch behelligen sie nicht die tiefen Gefühle.
Bei manchen Gelegenheiten zeigen
sich auch Träger von Symptomen mentaler Entfremdung als Deprimierte. Sie
glauben, besser akzeptiert werden zu müssen, derweil sie vor der Realität des
Problems, das sie quält, fliehen.
Die Depression ist indessen eine
sehr tief greifende Störung, bei der mehrere Faktoren zum Verlust von Zuneigung
und Freude und zum Abtauchen in grüblerische Gedanken bis zu einem gänzlichen
Desinteresse am Leben beitragen.
Es können Ergebnisse vererbter Faktoren sein wie auch solcher
psychosozialen oder wirtschaftlichen Ursprungs, so Angst und Stress, aktuelle
oder frühere Schuld, Konflikte, reale oder eingebildete Befürchtungen. Als
Folge schwerer Krankheiten können auch Störungen der Gehirnfunktionen in
wichtigen Regionen auftreten, die Auswirkungen auf die Neurotransmitter haben.
In ihrem verschleißenden Verlauf
kompliziert sich die Depression, oder sie gibt pathologischen Erscheinungen, wie
Herz-Kreislauf-Störungen oder Diabetes, Auftrieb.
Gewöhnlich fühlt man in der Depression
eine Art Traurigkeit, doch ist sie als Krankheit, weil ohne äußeren Grund,
schwierig anzugehen.
Die Depression, muss von
Spezialisten mittels Psychologie, Psychiatrie einschließlich Psychoanalyse
behandelt werden, je nachdem, wie sich die abstoßende Erscheinung darbietet.
*
Betrachtet das Geschöpf als inkarnierten
Geist. In ihm findet sich eine ganze Geschichtsschreibung seines Evolutionsprozesses, seiner Errungenschaften,
seiner Verluste im Laufe der Reinkarnationen. Dies verdient Beachtung.
Die schwersten Konflikte, die aus
der Vergangenheit stammen, nisten sich als Störungen im subtilen Mechanismus
des Gehirns ein. Sie sind der Grund des depressiven Prozesses.
Selbst wenn man Erbfaktoren und
solche exogener Natur in Betracht zieht, stets ist es der Geist, der Auslöser
der quälenden Verwirrung ist. Ihm kommt die Verantwortung zu, den Rahmen mit
einer großen Willensanstrengung zu wechseln mit Hilfe der wertvollen Mittel des
Gebetes und guter Taten. Mit diesen erwirbt er Werte, die dem Irrtum entgegen
arbeiten und ihm ermöglichen, sich von den moralischen Schulden zu befreien...
Gleichzeitig sind die
Einwirkungen rachedurstiger und 1asterhafter Geister in Rechnung zu ziehen, die
sich den moralischen Haushalt vieler Leben zunutzemachen aufgrund von
Kompromissen, wie sie unter allen Wesenheiten bestehen, besonders solcher, die Opfer
von Missbrauch und nicht geahndeter Verbrechen, sind, für die sich die Täter hätten
rechtfertigen
müssen.
Was diesen Aspekt betrifft, sind
Obsessionen für Besorgnis erregende depressive Prozesse verantwortlich, die
sich lange Zeit scheinbar unlösbar dahinschleppen, da die Faktoren, die sie
auslösten, nie beseitigt wurden.
Normalerweise richten sich bei
Individuen, die keinen religiösen Glauben besitzen, sehr leicht solche Prozesse
ein, als Folge des Fehlens geistiger Widerstandskraft bei. Konfrontationen, die
sie überwinden müssten. Wenn sie ihn jedoch haben, befähigen sie die Konzentration
auf höhere Ideale und den Schwingungsaustausch mit der Gottheit, sich zu
immunisieren gegen das Einnisten verstorbener Gegner, Schuldgefühle und
kräftige Konflikte, die dieses zur Folge hat. Sie finden moralischen Trost im
Gebet und in der Vorstellung einer besseren Zukunft aufgrund ihrer Anstrengung
für ihre eigene Erneuerung.
Selbst wenn sie , von einer
erneuten Störung erfasst werden, da ja niemand in der physischen Welt von
gesetzlichen Auswirkungen ausgenommen ist, erneuern sie sich viel leichter, und
im Vertrauen auf Gott begegnen sie schwierigen Situationen mit einer anderen
inneren Einstellung, was sie zur Überwindung schmerzhafter Zustände befähigt.
Die Depression ist als solche gefährlich, weil sie sich subtil,
maskiert gibt und mit der Zeit schlimmer wird oder in einem verwirrenden Schub
mit schweren Folgen weiteren Auftrieb erhält.
Reagiere deshalb jedes Mal, wenn
du unmotiviert beängstigende Traurigkeit empfindest, indem du dein Gemüt wieder
auf Lebensfreude einstimmst oder indem du dich mit dem Gebet und mit der Arbeit
für das Gute erneuerst.
Wenn hinterlistige und
hartnäckige Gedanken in deiner mentalen Landschaft vorherrschen und dich zur
Flucht vor Beziehungen oder Verpflichtungen jeglicher Art verleiten, wache und
handle, weil du dich im perversen Griff einer gefährlichen Störung befindest.
Diese kann sich auch über
Episoden der Schlaflosigkeit, der Irritation, des innern Unfriedens melden,
nicht nur über solche der 'Melancholie und des Verlustes der Selbstachtung,
hingegen oft über anhaltende, grundlose Müdigkeit.
Depression kann auch bei
feierlichen Anlässen auftreten - Geburtstagen, fröhlichen Festen, üblichen
kalendarischen und saisonalen Feiern - auch an weniger fröhlichen Tagen - in
düsterer, langer Winterzeit...
Auslöser ist der weibliche
Organismus vor der Menstruation, vor oder nach der Geburt. Sie kann gefährlich
werden, weil sie Halluzinationen und Unordnung im Verhalten zur Folge haben
kann.
Depression ist eine raue Prüfung
für den Geist. Ihr soll man mit einem gewissen Schneid begegnen und die Hilfe
therapeutischer und spiritistischer Maßnahmen nicht scheuen.
*
Der König Saul, der unter
quälenden Depressionen litt, beruhigte sich beim Anhören von Psalmengesangen
und von Davids angestimmten Melodien, was ihn jedoch nicht vor dem Geschick
bewahrte, seine Exkarnation in einem unglücklichen Krieg zu suchen.
Berühmte Depressive in der
Literatur, Kunst, Wissenschaft, Technologie, in allen Sparten, da sie über
keine geistige Widerstandskraft verfügten, schleuderte es in den scheußlichen
Suizid. Sie versuchten vor den unsäglichen Vorstellungen, die sie quälten, zu
fliehen.
Begegne deshalb Depressionen mit
Mut und Wertvorstellungen, ohne vor ihnen zu fliehen und ohne Versuch, sie zu
ignorieren.
Die Psychotherapie der Liebe und der Lebensfreude und, je nach Umstand, der Umgang mit tief greifenden Gedanken und die Kommunion mit Gott sind Gegenmittel und zugleich vorbeugende Therapien gegen die grausame Epidemie, die sich über die zivilisierte Welt, und nicht nur über diese ausbreitet.
Quelle:
Kap.17
– Innere Erleuchtung – Joanna de Ângelis - Psychografie
von Divaldo Franco