In einem Haus
lebt ein Mädchen. In einem anderen Haus wohnt ein junger Mann. Die beiden Häuser
befinden sich in nächster Nachbarschaft, aber weder das Mädchen hat den jungen
Mann je gesehen, noch hat der junge Mann eine Ahnung von der Existenz des
Mädchens.
Eines Tages wird das Mädchen ernsthaft krank. Die
Bewohner des Hauses rennen aufgeregt umher. Man ruft Ärzte herbei, und der
Krankenwagen holt sie mit Martinshorn und Blaulicht ab. Der Junge im
Nachbarhaus hört den Lärm. Er ärgert sich über die Störung, schließt das
Fenster und liest weiter.
Nach einiger
Zeit will es das Schicksal, dass die beiden miteinander verheiratet werden. Die
Hochzeit findet am Vormittag statt. Am Nachmittag bekommt die Braut Bauchweh.
Diesmal macht sich der junge Mann die größten Sorgen um sein Mädchen! Was hat
seine Einstellung verändert? Allein die Tatsache, dass er mit ihr verheiratet
ist, bewirkt, dass ihn schon ein wenig Bauchweh in Unruhe versetzt. Bei der
ersten, gefährlichen Erkrankung des Mädchens hatte er nicht die geringste Notiz
davon genommen. Damals bestand noch keine Liebe und keine Bindung.