Hass

Die Krankheit  der Seele

 

Der Hass ist ein zerstörerisches Feuer, das die Speicher menschlichen Empfindens aufzehrt.

 

Er arbeitet rasch, nachdem der Funke des Missverständnisses sich in gefräßige Lohe verwandelt und alles erreicht hat, was er ihm an Brennbarem vorwirft.

 

Er nistet sich im verstörten Geist ein, der ihn  aufnimmt und ihm Leben verleiht mit dem Brennstoff der Unvernunft.

 

Die Krankheit des Seele steckt viele aus ihrer Umgebung an, weil sie verpestete Schwingungen aussendet.

 

Der Hass liegt im Innern der unkontrollierten Gefühle und schläft im erdrückenden Egoismus, der nur sich selbst Rechte und Dienste zuschreibt. Er bricht unter falschen Vorwänden hervor und rechtfertig sich mittels Kniffen, die nichts anders sind als die uneingestandenen Interessen, von denen er sich nährt.

 

Die Eifersucht, der Stolz und die Selbstherrlichkeit entfesseln ihn, da sie in der ersten Phase kreatürlicher Entwicklung eine Folge moralischer Minderwertigkeit sind. Der Hass beginnt mit dem Zorn, erstarkt mit der Gewohnheit der Wut und nimmt dann überhand.

 

Die Schwachen, nur scheinbar Starken, sind dafür die besten Anwärter wegen ihrer Konflikte, Verdrängungen und Minderwertigkeitskomplexe, die sie hinter moralisch und physisch gewalttätigen Reaktionen verbergen. Solange dieser grausame Gegner in den menschlichen Herzen herrscht, wird die Menschheit die Leiden von einzelnen, Gruppen, Völkern und Nationen zu erdulden haben.

 

Sokrates konnte sich dem Neid der Hasserfüllten nicht entziehen.

Jesus war bereit, den Grimm und die Missgunst der Pharisäer zu erdulden, die der Hass  nährte.

Galileo wich dem Druck der als Macht maskierten Unwissenheit nicht und erfuhrt deren Hass.

Johannes Huss, der die Lüge entlarvte, verbrannte in den Flammen des Hasses, der das Feuer des Scheiterhaufens angefacht hatte.

Leymarie, der auf die Gerechtigkeit vertraute, wurde in den Kerker geworfen durch das Vorurteil, den Schlupfwinkel des Hasses.

Gandhi erduldete die Verleumdung, die der Hass hervorgebracht hatte, und ließ seinen Körper niederstrecken ...

 

Dieses Geschehen ist eindrücklich durch die Jahrhunderte zu verfolgen, angereichert mit Vandalen und Psychopathen, Adeligen und Plebejern, die sich erhoben und sich im Wahnsinn feierten, den der Hass angefacht hatte.

 

Nichts desto weniger ist das größte Opfer des Hasses derjenige, der ihn in sich trägt. Er erlebt dessen schimpfliches Würgen, wird unglücklich und überträgt das Übel auf alle, die mit ihm Umgang pflegen.

 

Es gibt auf der Erde Menschen, die hassen, weil sie sich nicht entschließen zu lieben.

 

Und doch ist sie Liebe das Gegenmittel gegen diese Krankheit, die eine eindrucksvolle Zahl an Todesopfern fordert, darunter alle, die sich von ihr anstecken ließen.

 

Groß ist die Zahl der durch den Hass Verstörten auf der Welt.

 

Bei ersten Zeichen von Hass in dir reagiere mit fester Entschlossenheit. Nähre nicht die Idee der Vergeltung, noch hege Gefühle der Verbitterung.. Jedes Übel schadet dem, der es schürt..

 

Wenn du, verletzt durch Zorn, in Aufruhr gerätst, schmilz deine Kräfte im Gebet ein und entschuldige den Peiniger.

Statt dich einzuschwingen in die unglückliche Gesinnung, die der andere dir gegenüber eingenommen hat, gehe dazu über, ihn aus der Ferne zu lieben.

 

In der Sanftheit der Liebe stirbt jeder Hass, erstickt in den Schwingungen brüderlichen Erbarmens mit dem Peiniger.

 

 

Quelle

aus dem Buch „Aspekte der Erneuerung“ - Joanna de Ângelis – Psychographie von Divaldo P. Franco –