Eine
wirksame Art, zwischen Geschöpf und Schöpfer-Vater Verbindung herzustellen, ist
das mit edlen Gefühlen gesalbte Gebet.
Die mit
Kraft und Demut zu Gott ausgesandte mentale Welle bewältigt unendliche Räume
und wird vom himmlischen Vater aufgefangen, der sie sofort mit identischen
Schwingungen beantwortet.
Es zählen
nicht die Worte, die den Gedanken an Ihn kleiden. Belanglos werden sie schon
dadurch, dass sie nicht mehr von Liebe getragen sind.
Viel wichtiger
als Formen und konventionelle Formulierungen sind die Absicht und der
eigentliche Inhalt, aus dem das Gebet besteht.
Nicht das
viele Beten, indem man ständig Worte wiederholt, sondern das gute Beten bewirkt
unvergleichliche Wohltaten und versieht das Geschöpf mit unbekannten, mächtigen
Heilmitteln.
Immer
wieder wird die Meinung vertreten, dass Bitten der Zweck des Gebetes sei, in
Anbetracht seiner realen und imaginären Bedürfnisse, derentwegen es um Hilfe
bei der Bewältigung existentieller Herausforderungen bittet, die Teil des
moralischen und spirituellen Wachstums-Prozesses sind, dem alles unterworfen
ist.
Aufgrund
dieser irrigen Meinung betet man, kaum dass irgendwelche Schmerzen oder
Schwierigkeiten drohen und wenn man notwendiger Hilfsmittel für die
unvermeidlichen täglichen Auseinandersetzungen entbehrt.
Gewiss
drängt sich das Gebet in schmerzlichen Situationen auf, doch nicht nur bei
solchen Ereignissen, sondern auch bei wechselnden Umständen, die man während
des Urlaubs im Fleische erfährt, wie auch danach...
Das Gebet
wird nicht Dilemmas, Probleme und Enttäuschungen lösen. Ein inbrünstiges jedoch
schafft eine reale Verbindung zwischen dem Beter und dem Herrn des Lebens.
Sofort verspürt man ein Wohlbefinden, eine Inspiration, um Lösungen zu finden,
eine Stärkung der Energien zur Neutralisierung der Schwierigkeiten und der
entwicklungsträchtigen Herausforderungen.
Es ist
wohl richtig, dass das Gebet als solches die menschlichen Probleme nicht löst,
was ja nur zum moralischen Schaden desjenigen wäre, der kämpfen muss, um die
Unendlichkeit erobern zu lernen.
Dies ist so, weil die Gesetze auf erhabene Art
funktionieren und dem Geist, der durch Erfahrungen schreiten muss und durch die
Wohltaten, die die ausgeführten Handlungen kennzeichnen, den Aufstieg
ermöglichen sollen.
Irrt er,
projiziert er den Prozess der Wiederherstellung in die Zukunft, der in Form von
umerziehendem Albtraum und Schmerz auftauchen wird.
In andern
Fällen auferlegt die Notwendigkeit, sich von Primitivismen
und krankhaften Fixierungen zu befreien, die sich durch die Ketten von
Inkarnationen gehalten haben, kummervolle und schmerzliche innere
Auseinandersetzungen.
Sich von
schmerzlichem Zwang zu befreien, ist ein Weg für neue klärende Unternehmungen
nach der Bewältigung des Pfades voller Dornen und Steinhaufen, den man einst
zurückgelassen hat.
Das Gebet
wird unter diesen umständen zu einem inspirativen Mittel, um die geeignetsten
Instrumente zu finden. Eines davon ist das der Unterscheidung. Es hilft, die
wirksamen Mittel einzusetzen, jene, die zur Umwandlung der Anstrengung in
Erfolg befähigen.
Gestärkt
durch die Kraft, die er durch das Gebet von Gott erhält, vermag der Geist die
Hindernisse zu besiegen. Er entdeckt neue Mechanismen der Wiederherstellung und
lernt, nie mehr straffällig zu werden.
Das Gebet
ist die Sprache, die zur mentalen Kommunikation mit dem höchsten Gut in einem
ständigen Liebesfluss befähigt.
Betend ist
es möglich, den verschleißenden, stechenden Faktor zu vergessen und sich in die
höchsten Schwingungsfelder einzustimmen, wo die Mentoren der Menschheit wirken.
In dem
Masse, wie Denken und Fühlen das Liebens-, Heils- und Friedensstreben in
Richtung Wahrheit kanalisieren, realisiert sich auch die Einstimmung in die
Lebenskräfte, womit sich der Sinn für Harmonie und unaussprechliche
Glückseligkeit verwirklicht.
Nicht mehr
an ein Klima des Friedens gewöhnt, Ausfluss des Gebetes, lässt sich der Beter
durch die Wellen der Freude erfassen, die ihn empor tragen, so dass er die ihn
verwirrenden Konflikte überwindet, die ihn in Verzweiflung brachten.
Die
Geschöpfe verkehren miteinander durch die verbale und geschriebene Sprache,
über Gebärden, über äußere Mittel, die ihnen zur Verfügung stehen.
Der Geist
braucht nur seine Gedanken auszusenden. Sie müssen gesund sein, damit sie sich
in den göttlichen Geist einstimmen, der sich im ganzen Universum ausbreitet,
mit dem er sich wahrhaftig identifiziert.
Lässt du
dich zum beten nieder, schaffe unbedingt als erstes ein Klima, das die
Kommunion mit Gott begünstigt. Du wirst es nie aus dem Stegreif schaffen. Stets
wird eine Änderung der emotionalen und mentalen Verfassung notwendig sein, so
dass du dich ganz auf das Ziel konzentrierst und den Gedanken auf sichere,
einfache Weise, ohne Hochmut und Dünkel aussendest.
Wenn du
betend zu edlen Geistern Zuflucht nimmst, damit sie Mittler deiner Gefühle
seien, stimme dich in ihre Schwingungen ein, und du wirst durch starke Energien
unterstützt werden, die dir innere Ruhe bringen.
Suchst du
Jesus oder seine heiligste Mutter, ist es unabdingbar, dass du so weit möglich
eine Liste von Klagen und inneren, von schlechter Laune zeugenden Beschwerden
annullierst, damit zwischen dir und ihnen eine innere Übereinstimmung zustande
komme.
Gewiss
soll man immer und in jeder schweren Situation beten. Ist Angst oder Verwirrung
ob eines Kummers überstanden, fasse deine Gefühle wieder und bete in Frieden.
Das Gebet
wird nicht deine Leiden eliminieren. Es wird nicht das Zeugnis der
Wiedergutmachung abnehmen, aber es wird dich befähigen, ihnen besser zu begegnen
und sie mit Freude und Dankbarkeit zu überstehen.
Das Gebet
kann mit einer Lichtbrücke verglichen werden, die das nahe Ufer des Wesens mit
der sublimen Welt der fernen Wesen verbindet...
Lerne mit
Ihm in solcher Natürlichkeit zu verkehren, dass nach einiger Zeit dein ganzes
Leben zu einem ständigen, wirksamen Gebet wird.
Einer
ausgeführten Tat wird unausweichlich eine entsprechende Reaktion folgen.
Des
Gesetzes der Ursache gewahr, handle in jeder Beziehung moralisch, stets
korrekt. Ziele geradeaus in die Zukunft. Die Ergebnisse werden unvermeidlich
kommen.
Gefangen im Mechanismus der Bewältigung der Ereignisse und zur Anregung bei Aufgaben, mache dir das Gebet zur Gewohnheit, dich in den sublimen Wellen des Ozeans göttlicher Liebe zu baden, so wirst du Prüfungen und Strafen auf deinem Aufstiegsweg mit Schneid bewältigen.
Quelle: Buch: „Innere
Erleuchtung“, Kap. 27, Divaldo P. Franco, Geistwesen Joanna
de Ângelis