Faktoren der Unausgeglichenheit
Die Gesundheit des menschlichen Geschöpfes ergibt
sich aus wesentlichen Faktoren, die ihm den rahmen für das Wohlbefinden setzen.
Es sind dies:
mentale Ausgeglichenheit,
organische
Harmonie und
sozioökonomische
Anpassungsfähigkeit.
Wenn eines dieser Elemente aufhört zu existieren,
kann man davon ausgehen, dass die Gesundheit in Verwirrung gerät, was dann
etliche Felder des psychophysischen Ganzen in Mitleidenschaft zieht.
Da das menschliche Geschöpf durch die Energie
aufrecht erhalten wird, die der Geist an alle stofflichen Abteilungen und
Nervenapparate sendet, kann irgendeine Störung das Feld für den Ausbruch von
Krankheiten als Manifestation von Verwirrung bereiten, die zu verschiedenen
pathologischen Unpässlichkeiten, bekannt als Leiden, führen.
So kann ein Geschöpf in einem degenerativen Prozess
wegen des augenblicklichen Fehlens von Symptomen, das ihm nicht erlaubt, diesen
zu registrieren und die Erfolglosigkeit festzustellen, gesund erscheinen.
Gleicherweise können wir, als Sklaven des Verstandes,
denken, dass das Geschöpf, aus dem Gefängnis des Leidens entlassen, aufgrund
der sich zum Guten, zur Harmonie wendenden Energien auf dem Weg zu den Toren
der Freiheit ist – von der Krankheit zur Gesundheit – oder umgekehrt, aufgrund
von Unpässlichkeiten, Konflikten und Traumata.
Relevante Anzeichen sind negative Informationen eines
emotionalen Verhaltens, das Energien aus ihren Rhythmen fallen lässt, was die
Vitalität auf den für jene wichtigen Gebieten beeinträchtigt. Die geschwächten
Energien gehen dann eine Syntonie mit degenerativen Mikroorganismen ein.
Unter den vielen das innere Gleichgewicht
zersetzenden Faktoren vermerken wir die „Liebe“, die „Angst“, den „Groll“, den „Hass“. Sie verwandeln sich
zu Riesen des psychischen Lebens voller ungeahnter psychischer Kräfte.
Die Liebe
Gewiss, wir beziehen uns hier auf die rohe,
verwilderte, besitz ergreifende Liebe, die ihr größtes Streben in den Wunsch
einbringt.
Hartnäckige Frustrationen verbergend und neurotische
Übertragungs-Mechanismen provozierend, fesseln sich verwirte Persönlichkeiten
an den Liebes-Trieb, an die sexuelle Liebe, die Besitz ergreifende, die
ehrgeizige Liebe uns lassen sich von den betäubenden Dämpfen verzehren, die die
mentale Beharrlichkeit und die Unvernunft des Genusses in Form einer
verzehrenden Feuersbrunst, entwickeln.
Je mehr er begehrt und daraus Nutzen zieht, umso mehr
fordert und leidet er; je weniger ihm der Vollzug gelingt, umso mehr zerfällt
er und verliert oder tötet er mit den giftigen Strahlen des verwahrlosten
Geistes die immunologische Abwehr und die Schwingung mentaler Harmonie, um bald
in einen krankhaften Zustand zu verfallen.
Die Angst
Während das Individuum die ersten Ebenen des
Bewusstseins durchläuft, erzeugt die fehlende Klarheit über die wesentlichen
Dinge des Lebens Unsicherheit. Da nun diese in der Suche nach Vergnügungen, in
egoistischen Begierden, in der Förderung seiner Persönlichkeit bestehen, fühlt
es sich gescheitert, wenn es diese vergänglichen, in bezug auf die
Glückseligkeit zweifelhaften Ziele nicht erreicht.
Die Angst, als Wirkung der Frustration gleicht einer
drückenden toxischen Bürde, die langsam Überhand nimmt, und alles mit einer
grundlosen Traurigkeit vergiftet. Sie endet oft mit einem spektakulären
Flucht-Mechanismus der Todes-Sehnsucht, oder einfach in einem Geschehen, das
Ergebnis ist des Wunsches zu verschwinden, um dem Leiden ein Ende zu
setzen.
Der Groll
Als natürliche Erscheinung emotionaler Unsicherheit,
produziert der Groll zerstörende Säuren von hoher Wirksamkeit, die viel
Vitalenergie verzehren und interzelluläre Räume öffnen, die Unpässlichkeiten
und Leiden Vorschub leisten.
Als psychischer Müll provoziert Groll verschiedene
emotionale Schäden, die zu tiefen Psychosen und schwer kurierbaren
schizophrenen Episoden führen.
Die Psychotherapie des Verzeihens mit den Mechanismen
des dynamischen Verzichts eliminiert schließlich die Folgen des Scheiterns,
indem sie den Groll aus den mentalen Landschaften des Geschöpfes entfernt, ohne
dass der Lauf der psychischen emotionalen und physischen Harmonisierung
behelligt wird.
Der Hass
Die Endphase der Unordnung im Verhalten ist der Hass.
Er ist ein vernichtendes Gift für den Sauerstoff der mentalen und physischen
Gesundheit.
In seinem Feld entwickelt er sich mittels der
ungerechten Analyse des Verhaltens der Andern in Beziehung zum Analysanden
selbst und nicht umgekehrt. Indem dieser sich selbst zum opfere macht, weil er
zu einem Konzept der Realitätsverfälschung überging, ließ er sich von einem
Minderwertigkeitskomplex vereinnahmen, dem Abkömmling einer unter Zwang
verlebten Kindheit, und entlädt nun unbewusst sein Gefühlsdefizit, seine
Unsicherheit, seine Verlustangst, seine Wunsch-Frustration in Stöße von
mentalen Hasswellen, die schließlich in physische Aggression und
Gewalttätigkeit jeglicher Art münden.
Der hass ist ein Urzustand der Evolution, atavistisch
festgehalten im Psychismus und im emotional (in der psychischen und emotionalen
Grundstruktur) des Geschöpfes, ein Urzustand, der in Liebe und Güte
transformiert werden muss mittels gesunder Therapien, brüderlicher Übungen und
Willensdisziplin.
Als verschmutzendes Agens, verantwortlich für
emotionale Verwirrungen großer Tragweite, ist er ein Erzeuger von Störungen im
Atmungs-, Verdauungs- und Kreislaufsystem. Verantwortlich auch für physische
Krebsleiden, schafft er Muster mentaler und sozialer Unordnung, die das leben
und die Welt erschüttern.
Der ungeordnete Geist, der zersetzende Leidenschaften
unterhält, verliert die Orientierung und gleitet in neurotische, unglücklich
sich materialisierende Fixierungen, die auf disharmonische Zustände der Psyche,
der Emotionen und des Körpers antworten.
Ausgeglichene innere Verfassungen äußern sich im
Verhalten. Sie begünstigen Vorbilder von Geschöpfen, die sich von verderblichen
Erscheinungen des soziales Umfeld, diverser Zwänge, des Überhandnehmens von
Bakterien, desidentifizieren.
Die Selbstanalyse, die beharrlich an der Wahrung
höherer Lebensideale arbeitet, ist ein vorbeugendes Hilfsmittel, welches das
Wohlbefinden und die Gesundheit in ihren verschiedenen Äußerungen sichert.
Quelle:
Das bewusste Mensch –
Joanna de Ângelis – Psychografie von Divaldo P. Franco.