Die Süchte
Um der Organismus zu
verteidigen und zu reinigen, ist es notwendig die Süchte streng zu bekämpfen.
Man beginnt bei den eher Gewöhnlichen, wie dem Rauchen, dem Alkoholgenuss, der
Esslust und den Rauschgiften (Haschisch, Opium, Morphin, etc.)
Das
Rauchen, z.B., wird als die harmloseste der Süchte angesehen; mit erstaunlichem
Konsum auf der ganzen Welt; sein Gebrauch produziert schreckliche Schäden,
insbesondere im vegetativen Nervensystem (Sympathikus und Vagus), was Anlass zu
Störungen gibt, die intensiver und tiefer sein werden je sensibler der
Verbraucher ist. In letzter Zeit warnen die Wissenschaftler aller Länder sehr
ernsthaft vor dem Einfluss des Rauchens auf die Krebserkrankungen.
Laut offizieller
Statistik, hat jeder vierte Raucher Anzeichen von Krebs.
Die
Folgen des Rauchens greifen auch stark den Perispirit an, indem eine Art psychische Lähmung produziert wird, die sich
selbst nach dem Tod fortsetzt. Diese verlängert die Dauer der Bewusstlosigkeit,
die in den meisten Fällen nach dem physischem Tod geschieht und greift auch
die Schutzschicht und die Isolierung
an, die zwischen den physischem Körper und dem Perispirit existiert.
Und noch schlechtere
Sachen geschehen im Bezug auf die Alkoholsucht, verantwortlich für die
moralische Degradierung von Tausenden Menschen überall auf der Welt.
Verantwortungsbewusste Regierungen sehen sich gezwungen (z.B. Frankreich),
Zwangsgesetze zu beschließen, welche die Herstellung von alkoholischen
Getränken und deren maßlosen Genuss innerhalb des Landes regulieren.
Wer sich wirklich
entwickeln möchte, soll bei sich selbst diese Sucht bekämpfen und beseitigen um
sich endgültig von ihnen zu befreien, denn eine solche Entwicklung ist ohne
Reinheit des Körpers und des Geistes nicht erreichbar. Es kann keine Reinheit des Körper oder der
Gefühle in Personen entstehen, die sich widerlichen und verderblichen Süchten
ergeben und die dabei in bedauerlicher moralischer Vernachlässigung einen
langsamen Selbstmord begehen.
Anderseits
ist es wichtig nicht zu vergessen, dass der Süchtige von verstorbenen
niedrigen Geistern belagert und
beherrscht wird. Selbst wenn sie nicht böse sind, sind sie aber gleichfalls
süchtig. Obwohl sie ihren physischen Körper nicht mehr haben, wirken sie auf
diesen. Sie sättigen sich durch das Inhalieren des Zigarettenrauches oder
Einatmen des Alkoholdampfes, was sie mit Vergnügen tun.
Es gibt Tausende Menschen
auf der ganzen Welt, die so versklavt von niedrigen Geistern leben und
ausgenutzt werden als passive, unterworfene Instrumente, und blind sind
gegenüber ihrer eigenen Süchte und Leidenschaften.
André Luiz, in seinem
Werk Nos domínios da Mediunidade (in den Gebieten der Medialität), beschreibt
eine Kneipenszene, in der gezeigt wird, wie einige verstorbenen Geister mit
traurigen Mienen zusammen mit Rauchern und Trinkern erwartungsvoll verweilen
Einige saugen die
in die Luft losgelassenen Rauchwolken ein, noch warm von den Lungen, die sie
ausgestoßen haben. Dabei finden sie Freude und Nahrung. Andere atmen den Hauch
von lästigen Alkoholikern.
Die Sucht kann ein
Kalkulationsfehler in der Suche nach Frieden und Ausgewogenheit sein. Denn wir
alle wollen glücklich sein und niemand sucht bewusst absichtlich Missvergnügen,
Kummer und Unglück.
Unser Sein auf der Welt
wird von unseren inneren Einstellungen geformt; übrigens, wir lernen es
täglich, wie wir immer geeignetere und zusammenhängende Handlungen zu unseren
eigenen Gunsten entwickeln.
Bevorzugte Gewohnheiten
bilden sich in Lauf der Zeit und setzen sich mit wiederholten mentalen Mechanismen fest.
Was in den wichtigen
Situationen unseres Lebens gut funktioniert hat, dabei unsere Seelenangst
kontrolliert und unsere Beherrschung erhalten hat, wird wahrscheinlich in
anderen Situationen reproduziert. Zum Beispiel: in der Kindheit entdeckten wir,
dass wenn wir weinten, wir unmittelbar
danach gestillt wurden. Diese mentale Einstellung kann sich in unbewussten
Handlungen wiederholen (zu einer unbewussten Gewohnheit werden), etwas dem wir
uns nicht entziehen können.
Die
psychische Strategie wird dann: immer, wenn ich ein Problem habe, brauche ich
etwas zum Essen um es zu lösen. Was
zuerst eine wohltuende Entdeckung war, kann später ein unnötiger Mechanismus
werden, welcher zu einem neurotischen und unangenehmen Einfluss in unserem
Alltag wird.
Es
gibt verschiedene Fälle von Übergewicht, die in Familien entstanden, in denen
Mütter, von Perfektionismus und Herrschsucht getrieben, übertriebene Ansprüche
stellten. Sie zwangen das Kind dauernd zu essen, ohne dessen natürliche
Bedürfnisse zu berücksichtigen. Durch dieses mütterliche Drängen entwickelte es
die übertriebene Eßgewohnheit, was die Entwicklung des inneren Verstandes
schädigte, welcher ihm das Maß gibt, wann es zu Essen beginnen und aufhören
soll.
Anderseits
können einige über die Wirkung von Drüsen oder genetischen Störungen
argumentieren. Aber, selbst dann finden sich die grundlegenden Ursachen der
Probleme in der menschlichen Psyche. Sie ist es. die in Wirklichkeit den ganzen
organischen Kosmos steuert.
Parallel
dazu finden wir auch in der Essabhängigkeit eine Sucht, die in der Lebensangst
begründet ist. Die Angst vor den Prüfungen und natürlichen Gefahren der
irdischen Wanderung kann uns dazu bringen,
einen vermeintlichen Ausweg zu suchen.
Die Abhängigen bestreiten
ihre Angst und verstecken sich am Wegrand. Sie unterbrechen die existentielle
Suche, und erschweren auf dieser Weise den Ablauf der spirituellen Entwicklung,
die durch die Suche nach dem Neuen geschieht.
Süchte
erscheinen ständig da, wo es eine Anpassung des sozialen Leben gibt. So
unglaublich es scheinen mag, der Abhängige ist ein Konservativer, denn er will
nicht das Risiko eingehen, sich aufs Leben zu stürzen. Auf diese Weise wird er
ein bequemer Mensch, aus Angst vor der
Welt, die ihn seiner Meinung nach bedroht.
Zusammengefasst kann man
sagen, dass Süchte oder destruktive Gewohnheiten eigentlich Abwehrmethoden
sind. Die Menschen haben sie in dieser Existenz oder bringen sie sogar aus
früheren Inkarnationen mit, um, auf unpassende Art und Weise, Sicherheit und Schutz zu fördern.
Davon ausgehend und um
uns in dem Thema weiter zu vertiefen und mit den sog. menschlichen Verderbungen
besser umgehen zu lernen, sollten wir uns selbst fragen:
-
Wie organisieren wir unsere Persönlichkeit?
-
Welches war der Glaube der Erwachsenen, mit denen
wir unsere Kindheit verbracht haben?
-
Welche Art von Handlungen/Taten erlauben oder
verbieten uns in diesen Prozess einzutreten?
-
Welche Verhaltensrichtlinien waren uns
verschlossen, oder welche Lebensmuster bevorzugten wir in unserer Denkweise ?
Wir müssen unser
Verständnis über die Sucht überprüfen. Wir dürfen sie nicht verstehen, als eine
Problematik, die ausschließlich Tagediebe und Müßiggänger betrifft. In
Wahrheit, sind alle Süchtigen solche, die vom Leben geschwächt sind und sich in
die Abhängigkeit von Personen oder Mitteln geflüchtet haben.
Der
Müßiggang ist gleichzeitig Ursache und Wirkung aller Süchte.
Müßig
ist nicht nur derjenige, der nichts tut, sondern auch derjenige,
der
seine Zeit besser benutzen könnte.
Sokrates
Literaturverzeichnis:
Allan Kardec – Das
Buch der Geister
Edgard Armond –
Magnetischer Passe ( aus dem Brasilianischen “Passes e Radiações)
Hammed – Die
Schmerzen der Seele (aus dem Brasilianischen „As dores da alma“)