Jesus

 

Im dritten Buch vom „Buch der Geister“ von Allan Kardec, Punkt 625, haben wir folgende Frage:

 

WELCHES IST DAS VOLLKOMMENDSTE VORBILD, DAS GOTT DEM MENSCHEN JE GEGEBEN,

UM IHM ALS VORBILD UND FÜHRER ZU DIENEN?

„Schauet auf Jesus.“

 

Jesus ist für den Menschen das Vorbild der moralischen Vollkommenheit, auf die die Menschheit auf Erden Anspruch hat. Gott gab ihn uns als das vollkommendste Urbild, und seine Lehre ist der reinste Ausdruck göttlichen Gesetzes, weil er vom göttlichen Geiste beseelt und das reinste Wesen ist, das je auf Erden erschien.

 

Wenn einige von denen, die die Menschen über die Gesetze Gottes aufklären wollten, auf falsche Prinzipien abwichen, so ist es, weil sie sich von zu großen weltlichen Gefühlen beherrschen ließen und weil sie die Gesetze, die die Seele führen, mit den Gesetzen verwechselten, die die Materie (den Körper) regieren. Viele führten als göttliche Gesetze jene auf, die nur von uns Menschen ernannt wurden; und zwar solche, die den Leidenschaften dienen und die die Menschen dominieren.

 

Wir sehen in Jesus einen Geist der höchsten Hierarchie, er steht in der Rangliste, wegen seiner Tugenden, weit über der Menschheit. Seine Inkarnation in unsere Welt kann nur eine Mission gewesen sein, die nur den direkten Botschaftern Gottes aufgetragen werden, um dessen Vorhaben auszuführen. Gott hat ihn ausgesandt, um sein Wort zu verkünden, er ist mehr als ein Prophet, er ist der himmlische Erlöser.

 

Laut Emmanuel war er schon ein Ausgesuchter Gottes, als die Erde, als eine feuerglühende Masse, sich von der Sonne löste, nach wissenschaftlichen Schätzungen, vor ungefähr 4 Billionen und 500 Millionen Jahren . Er wurde zu jener Zeit vom Schöpfer als  Gouverneur unseres Planeten eingesetzt, mit der Aufgabe die Seelen zu führen, die hier, auf der Erde ihre Entwicklungsstufen durchmachen, wie die Schüler auf einer Spezialschule.

 

Als Mensch war Jesus genau wie ein gewöhnlicher Sterblicher, doch als reiner Geist, losgelöst von der Materie, sollte er hier auf der Erde das geistliche mehr als das körperliche Leben verbringen, von dessen Schwächen er frei war. Seine Überlegenheit den Menschen gegenüber hing nicht von seiner körperlichen Verfassung ab, sondern von der Reinheit seines Geistes, der die Materie absolut beherrschte und von seinem Perispirit (Astralkörper), der aus der höchsten Quintessenz  des Erdfluidums geschöpft worden war.

 

Seine Seele soll nicht fest mit seinem Körper verankert gewesen sein, sondern nur mit den höchstnotwendigen Banden mit diesem verknüpft; und diese Losgelöstheit, muss ihm ein zweites Gesicht (Vision) nicht nur ständig, sondern auch von einer außergewöhnlichen Intensivität und unser Hellsehen weit übertreffend, verliehen haben. Es muss auch der Fall mit allen Phänomenen gewesen sein, die von den peri-spirituellen oder psychichen Fluiden abhängen. Die Beschaffenheit dieser Fluiden gaben ihm eine immense magnetische Kraft, die von dem unaufhörlichen Wunsch Gutes zu tun unterstützt wurde.

 

Handelte er wie ein Medium bei den von ihm ausgeführten Heilungen? Kann man ihn als ein mächtiges heilendes Medium betrachten?

Nein. Denn das Medium ist ein Mittler zwischen der irdischen und der Geisterwelt. Ein Instrument, dessen sich die desinkarnierten Geister bedienen. Nun seht, Christus benötigte keine Beihilfe, er half den anderen; er handelte also von sich selbst aus, aufgrund seiner persönlichen Macht. Ein Geist definierte ihn als Gottes Medium.

 

 

Quelle:

Allan Kardec – Das Buch der Geister

Richard Simonetti – Spiritismus, eine neue Ära (aus dem brasilianischen “Espiritismo uma nova era”)