Studium des Werkes
„Himmel und Hölle“
Kap 9 - Die Teufel im Lichte des Spiritismus
Dem Spiritismus zufolge sind weder die Engel, noch die Teufel
besondere Wesen.
Die Schöpfung der intelligenten Wesen ist eine.
Gott hat die Geister vervollkommnungsfähig erschaffen. Er hat
ihnen als Ziel die Vollkommenheit und das Glück gegeben, das dessen Folgen ist,
dass sie diese ihrer persönlichen Arbeit verdanken, damit sie den Verdienst
davon haben.
Von dem Augenblick ihrer Entstehung an schreiten sie voran,
entweder im inkarnierten oder im geistigen Zustand; auf dem Höhenpunkt
angekommen, sind sie reine Geistwesen oder Engel.
Es gibt Geistwesen auf allen Stufen des moralischen oder
geistigen Aufstiegs. , auf allen Stufen des Wissens und der Ignoranz, der Güte
und der Bosheit.
Auf den niedrigen Rangstufen gibt es welche, die noch
zutiefst zum Bösen neigen und sich darin gefallen. Man kann sie Dämonen nennen.
Aber der Spiritismus gibt ihnen nicht diesen Namen, weil sich damit die
Vorstellung von Wesen verbindet, die sich von der Menschheit unterscheiden, von
wesensmäßig boshafter Natur sind, in alle Ewigkeit dem Bösen geweiht und
unfähig, sich im gute vorzuarbeiten.
Nach der Kirchenlehre sind die Dämonen gutmütig erschaffen
worden und durch ihren Ungehorsam böse geworden. Dem Spiritismus zufolge sind
es unvollkommene Geistwesen, die sich aber bessern werden.
Diejenigen, die durch ihre Sorglosigkeit, ihre
Nachlässigkeit, ihre Unbeugsamkeit und ihren schlechten Willen länger auf den
niedrigen Rangstufen bleiben, tragen die Strafe davon, und die Gewohnheit des Bösen
macht es ihnen schwerer, da herauszukommen.
Aber es kommt eine zeit, wo sie dieser mühsamen Existenz und
der daraus folgenden Leiden müde werden.
Wenn sie ihre Situation mit jener der guten Geistwesen
vergleichen, erkennen sie, die Notwendigkeit sich zu bessern, und sie machen es
aus eigenen Willen und ohne dazu gezwungen zu werden.
Nach der Kirchenlehre ist Stan, als Haupt oder König der Teufel,
durchaus keine allegorische Personifikation des Bösen, sondern ein reelles
Wesen, das ausschließlich Böses tut, während Gott ausschließlich Gutes tut.
Buch der Geister
778- Kann der Geist rückwärts schreiten?
Nein, er soll ohne Unterlass vorwärts schreiten und er kann
nicht zum Urzustand zurückkehren.
784- die Verdorbenheit des Menschens ist sehr groß und
scheint er nicht eher rückwärts statt vorwärts zu schreiten, wenigstens in
moralischer Beziehung?
Da irrst du, beobachte scharf das ganze und du wirst sehen
dass er fortschreitet, weil er besser erkennt was Böse ist. Das Übermaß des
Übels ist nötig, um die Notwendigkeit des guten und der Reformen einsehen zu
lassen.
785- Worin besteht das große Hindernis des Fortschrittes?
Im Hochmut und im Egoismus.
Die Legende
der Löffel
„Es wurde einem Rabbiner erlaubt, die Hölle zu besuchen.
Dort sah er einen enormen Kessel mit einer dämpfenden
appetitlichen Suppe.
Um den Kessel herum saßen viele Menschen. Sie waren verzweifelt,
denn jeder hielt einen Löffel in der Hand, der einen sehr langen Stiel hatte.
Der Stiel war so lang, dass sie den Kessel nicht erreichen konnten. Sie waren sehr
hungrig, sahen die Suppe und litten, weil sie sie nicht essen konnten.
Der Rabbiner begab sich zum Himmel.
Auch dort stand ein großer Kessel voll Suppe. Die Menschen
saßen auch um ihn herum und hatten dieselbe Art von Löffeln in den Händen. Der Unterschied
war aber, dass sie alle satt und glücklich aussahen.
Der Rabbiner erstaunte:
-
Ich verstehe
nicht. Warum zeigen sich die Leute hier so gelassen und in der Hölle sind sie
so bedrückt, wo doch alles eigentlich gleich ist?
Und Jemand antwortete:
-
Bemerkst du
nicht? Sie haben hier das Geheimnis der Löffel entdeckt. Sie geben einander das
Essen in den Mund...“