Das Geld

 

Das Geld stellt in der Tat für den Besitzer eine große Verantwortung dar.

Glück lässt sich nicht kaufen, und oft wird Geld für vielfältigstes Glück verantwortlich gemacht.

Trotzdem verwandelt sich auch sein Fehlen beinahe immer zu einem Faktor des Ungleichgewichts und des Elends, mit dem sich Massen in allerhand Wahnvorstellungen herumquälen.

 

Das Geld als solches trägt keine Schuld: Es ist weder gut noch schlecht.

 

Es ist seine Anwendung, die es zum Mittel des sozialen Fortschritts, technischer Entwicklung, des physischen oder zuweilen moralischen Komforts oder zum Grund unsäglichen Unglücks macht.

 

Sein Wert ergibt sich aus dem Zweck, für den es bestimmt ist.

 

Mit ihm erwirbt man Brot, Milch, Medizin, durch Arbeit die menschliche Würde.

Seine korrekte Verwendung auferlegt Verantwortung und Unterscheidungsvermögen. Es wird zum entscheidenden Faktor beim Errichten (wirtschaftlicher) Grundlagen von Nationen; es festigt so den gesunden Austausch unter den Völkern.

Mit ihm finden aber auch Laster und Korruption Eingang, die leichtfertige Geschöpfe in die Abgründe des Wahnsinns und der Kriminalität reißen.

Das Potential der Intelligenz bemüht sich in erschöpfenden Anstrengungen, Geld zu erwerben zur Förderung von Industrie, Handel, jeglicher Realisation bedeutender Art, von Wissenschaften, Künsten und Geisteswissenschaften.

Mit seinem Gebrauch werden gleichzeitig in der Unterwelt der Leidenschaften Verschlagenheit, Schändlichkeit und allerhand emotionelle Torheiten gefördert, die zu Ausschweifungen verführen, wo Anarchie und Wollust zuhause sind.

Mit Hilfe des Geldes ersteigen die einen die Gipfel des Friedens und menschlichen Ruhms, während andere, die es in die Gruben der Pestilenz, des Schreckens und moralischen Unglücks schleudert, zugrunde gehen.

Seine Verfügbarkeit oder sein Fehlen sind beinahe für alle Menschen wichtig.

Eine führende Rolle spielt es für den Handel beim Austausch von Produkten und Werten.

Dank seiner lassen sich Friedensabkommen realisieren; aufgrund seines Besitzes explodieren aber auch unheilvolle Kriege.

 

Gebrauche es, ohne dich zu versklaven.

Besitze es, ohne dich von ihm besitzen zu lassen.

Beherrsche es, ohne dich von ihm beherrschen zu lassen.

Lenke es mit Würde, auf dass du nicht von ihm verführt werdest.

Als dessen Besitzer sei großzügig, ohne Verschwender zu sein.

Achte darauf, dass du ihm nicht dein leben, deine Konzepte, deine Erwägungen unterwirfst, deine Freundschaften nicht seinen Bedingtheiten.

Wie du dich des Geldes bedienst, so erbaust du dir selbst einen Himmel der Freuden oder eine Hölle der tausend Martern.

 

Wenn dir das Geld in den Händen knapp wird, gib dich nicht besiegt.

Haben oder Haben-Lassen sind in der moralischen Daseins-Ökonomie unwichtig.

 

Wichtig ist die Haltung, die du in Bezug auf Besitz einnimmst.

 

Verzweifle nicht, wenn das Geld fehlt.

 

Wie es solche gibt, die sich zum Diener dessen machen, was sie haben,

so auch solche, die sich zu Sklaven dessen machen, was sie haben möchten.

 

Geld ist ein Mittel, nicht ein Ziel.

 

Es ist unerlässlich, dass du dich frohen Herzens mit der Lage abfindest, die dir das Leben beschert, indem du die Ziele und persönlichen Wünsche innerhalb der jeweils gegebenen Grenzen der lehrreichen Erfahrungen, die du durchläufst, auf einen Nenner bringst; sie sind die natürliche Folge des schlechten Gebrauchs, den du einst vom Geld, das du besaßest, gemacht hast.

Du kannst mit gewissen Mitteln auch deinem Nächsten beistehen und dir so ein persönliches Glück erbauen, gemäß den aufklärenden Lehren der Frohbotschaft, mit denen du dein Leben bereichern kannst.

 

Wesentlich ist, mit oder ohne Geld, im Frieden zu leben.

 

Quelle:

Moralische Gesetze des Lebens – Joanna de Ângelis – Medium: Divaldo Pereira Franco