Cesare Lombroso

 

Italienischer Psychiater und Begründer der Kriminalanthropologie, er wurde am 6.11. 1835 in Verona als drittes Kind von Aronne Lombroso und Zefora Levi geboren, starb am 19.10. 1909 in Turin. Nach dem Schulbesuch in seiner Heimatstadt studierte Lombroso ab 1852 Medizin in Pavia, Padua und Wien und wurde 1858 in Pavia promoviert. Beim Ausbruch des italienischen Unabhängigkeitskrieges meldete er sich 1859 als Freiwilliger und diente bis 1865 als Militärarzt. Daneben war er seit 1863 Dozent für Geisteskrankheiten an der Universität Pavia, wo er 1867 zum Professor ernannt wurde. Lombroso heiratete 1870 Nina (De) Benedetti. Im Dezember 1871 übernahm er vorübergehend für ein Jahr die Leitung der psychiatrischen Klinik in Pesaro. Durch seine Veröffentlichungen über Beziehungen zwischen Genie und Wahnsinn, über die Pellagra und über Verbrechertypen bekannt geworden, erhielt er 1876 den Lehrstuhl für Gerichtsmedizin an der Universität Turin, den er auch nach 1896, als er zur Professur für Psychiatrie wechselte, weiterhin vertrat. Seine Annahme, dass die Verbrechen eine Folge atavistischer angeborener Eigenschaften der Menschen seien, führte zur Begründung der Kriminalanthropologie und brachte ihm 1905 den Turiner Lehrstuhl für diese Disziplin ein. 1880 gründete er die Zeitschrift“Archivio di psichiatria, antropologia criminale e scienze penali« und 1905 das Museum für Kriminalanthropologie in Turin. Lombroso, der in Italien trotz einer ansehnlichen Schülerzahl kaum offizielle Anerkennung fand (er war nur Mitglied der Akademie für Medizin in Turin und Offizier im Orden der Krone Italiens), wurde Commandeur der französischen Ehrenlegion (1905), Ehrenpräsident der Londoner Ethical Society (1906) und Ehrendoktor der Universität Aberdeen (1907).

Lombroso stand dem Okkulten und Paranormalen lange Zeit ablehnend gegenüber. Als ihn E. Chiaia, der Arzt, der die Paladino zum Medium ausgebildet hatte, zu einer Untersuchung aufforderte (1888), folgte er 1891 dem Ruf und wohnte 2 Sitzungen bei. Er bezeugte die Realität der Fakten, schloss Betrug aus, sträubte sich aber noch lange gegen die spiritistische Hypothese.

Eusapia Paladino war ein italienisches Medium. Neben Home war sie das bedeutendste PK-Medium der jüngeren Vergangenheit, und sicherlich wurde kein anderes Medium von so vielen Forschern untersucht - in Italien, England, Frankreich, Deutschland, Polen und den USA.

Die verwaiste Bauerntochter aus den Abruzzen kam mit etwa 13 Jahren als Dienstmädchen zu einer spiritistisch interessierten Familie nach Neapel. Ihre paranormalen Fähigkeiten wurden dort entdeckt und ausgebildet.

Als schwere Hysterica versuchte die Paladino in Sitzungen immer wieder, zum Teil sehr plump, zu betrügen.

Dennoch waren viele der wissenschaftlichen Beobachter (unter anderem Bergson, Curie, Lombroso, Richet, Schrenck-Notzing) und auch Trickexperten von der Echtheit mancher Phänomene überzeugt.

 

Sie erachteten vor allem mehrere Tischlevitationen als paranormal verursacht:

Sitzungen auf der Insel Roubaud bei Richet, 1894.

Bericht von Lodge:

Ich sah zweimal einen schweren Tisch (22 kg) einen Fuß hoch völlig über dem Boden erhoben. Alle standen um den Tisch herum – Hände und Füße Eusapias gehalten, ihre Hände auf der Tischplatte nicht in der Nähe des Randes. Die Finger der einen Hand berührten die Platte kaum, die der anderen drückten sie leicht. Es war für Eusapia, selbst wenn sie frei gewesen wäre, normalerweise unmöglich, den Tisch zu heben, während sie an einer Ecke desselben stand und ihre Hände auf der Tischplatte hatte. Jeder, der einen Tisch von denselben Dimensionen machen lässt, kann dies nachprüfen.

Dieser Tisch von 22 kg hatte eine quadratische Platte von 1 m Seiten, keinen übergreifenden Rand, die Höhe der Füße beträgt 75 cm. Sie laufen spitz zu, um eine Erhebung des Tisches durch Eusapias Fuß fast unmöglich zu machen.

 

Der amerikanische Taschenspieler Howard Thurston, der sich als Entlarver von Medien einen Namen gemacht hatte, schreibt:

Ich habe mit meinem Assistenten und Carrington Eusapias Tischlevitationen beobachtet und bin überzeugt, dass die von mir gesehenen Phänomene nicht betrügerisch mit den Füssen, Knien und Händen Eusapias oder auf irgendeine andere mir bekannte Art hervorgebracht wurden.

Ich bin überzeugt, dass kein materieller Kontakt zwischen dem Tisch und Eusapias Körper bestand, ihre Füße waren unter meinem rechten Fuß, ihre Knie wurden von mir gehalten, und ihre Hände waren deutlich oberhalb des Tisches sichtbar. Mein Assistent und ich kontrollierten Eusapia, und die Phänomene erfolgten mehrmals in gutem Licht... Alle Tischfüße waren deutlich auf dem Parkett sichtbar, und wir konnten uns vergewissern, dass kein Fuß sich dazwischenschob.

Viele Beobachter waren auch von der paranormalen Bewegung anderer Objekte überzeugt, und selbst der sehr skeptische Dessoir räumte ein:

Einige Bewegungen und Erhebungen jedoch waren und bleiben mir ganz unerklärlich.

 

Sonstige Phänomene waren:

Leuchterscheinungen, Spielen von Musikinstrumenten ohne Berührung, Raps, Materialisationen, oft unsichtbare, aber tastbare Pseudopodien, paranormale Gewichtsveränderungen des Mediums (bis ± 5 kg), in seltenen Fällen ASW (außersinnliche Wahrnehmung). Als Kontrolle trat John King auf.

 

Erst Jahre später wurde Lombroso zum Spiritisten, und auf dem Totenbett fragte er:

Was soll denn anderes hinter den Erscheinungen des Okkultismus stehen als die Bewohnerscharen einer jenseitigen Welt?

 

Eines seiner Bücher in deutscher Übersetzung heißt  „Hypnotische und spiritistische Forschungen“ (1910).

 

Quellen:

„Abertura- Journal de cultura Espírita“ Nr. 146 – Brasilien

Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG

Lexikon der Esoterik Sphinx

Curso Básico de Espiritismo – AEE-SP-Brasilien

Verschiedene Internet Seiten