Saint
Germain, Graf von (1685-1784)
Ein bekannter Abenteurer,
Okkultist und Alchemist im 18. Jh.
Er soll der uneheliche Sohn der
Maria Anna von der Pfalz-Neuenburg, der Witwe Karls II von Spanien, aus ihrem
Verhältnis mit dem portugiesischen Bankier Eymar sein.
Saint Germain behauptete, schon in
früheren Zeiten gelebt zu haben und konnte seine Inkarnationen genau
beschreiben.
Man sagte ihm nach, er verdanke
seinen Reichtum der Kenntnis des Steines der Weisen.
Berühmt war er auch wegen seiner
Elixiere, die zu einem langen leben verhelfen sollten.
Noch heute wird zur Blutreinigung
sein „Saint Germain Tee“ benutzt.
Sein Buch „Die heiligste
Trinosophie“ stellt einen beachtlichen Beitrag zum mystischen Denken seiner
Zeit dar.
Oft wurde er nach dem Rezept für
seine geheime Tinktur gefragt, verweigerte aber stets jede Auskunft. Rasch
gewann er das Vertrauen König Ludwigs XV. (1710-1774) und seiner Geliebten
Jeanne Antoinette Poisson, Marquise de Pompadour (1721-1764). Die nicht uneitle
Dame soll sich in besonderem Maße für jenes Elixier interessiert haben - und
für seinen Reichtum. Tatsächlich besaß er herrlichste Edelsteine in großen
Mengen, die er häufig - so wie: später Elvis Presley Straßenkreuzer -
verschenkte, als seien sie nichts wert. Voltaire (1694-1774), der große
Philosoph und Dichter, äußerte sich begeistert. Germain sei der Mann, ,der
niemals stirbt und alles weiß".
1710 will ihn die Gräfin de Gegy
in Venedig kennen gelernt haben. Als sie ihn 50 Jahre später wieder traf, hatte
er sich äußerlich überhaupt nicht verändert. 1710 war Saint Germain nach dem
Zeitzeugen Jean Philippe Rameau, einem französischen Adeligen, etwa 45, eher 50
Jahre alt. Dann müsste er 1760 fast einhundert Jahre alt gewesen sein, sah aber
allenfalls nur halb so alt aus, wie auch eine englische Zeitung, der seriöse
Londoner ,Chronicle", bestätigte: Der Mann muss über das Geheimnis der
ewigen Jugend verfügen.
Im gleichen Jahr setzte er sich mit Erfolg für Friedensverhandlungen zwischen Preußen und Österreich ein. Ein Vertrag kam zustande. 1762 warnte er Vertreter des französischen Hochadels vor der nahenden Revolution. Er habe eine schlimme, alptraumartige Vision von Erniedrigung und Tod der Vornehmen gehabt. Seine teilweise grausamen Schilderungen wurden nicht ernst genommen. Man lachte vergnügt, beklatschte die aufregenden Beschreibungen.
Von 1766 bis 1769 war Saint
Germain Augenzeugen zufolge wiederum in Indien. Seltsam: 1768 und 1769 soll er
in Deutschland auch noch mehrere Fabriken eröffnet haben. 1770 traf er in
Moskau mit dem Fürsten Orlow zusammen ... um nach Deutschland zurückzueilen und
Franz Anton Mesmer in die: Geheimwissenschaften
einzuweihen.
Anno 1784 wurde der Tod des
Grafen. bekannt gegeben - durch seinen Gönner, den Prinzen Karl von
Hessen-Kassel. „Er war vielleicht einer der größten Weisen, die jemals
lebten", schrieb er.
Quelle:
Lexikon
der Esoterik – Helmut Werner
Das große Buch der Esoterik-
Walter-Jörg Langbein