Kerner, Justinus
Deutscher Arzt und Dichter (einer der Hauptvertreter der
Schwäbischen Dichterschule), der sich eingehend mit Somnambulismus und
animalischem Magnetismus beschäftigte.
Bekannt
wurden Die Geschichte zweier Somnambulen (1824; die eine von ihnen zeigte unter
anderem dermooptische Phänomene) und vor allem seine Darstellung der
Krankengeschichte der Friederike Hauffe (Die
Seherin von Prevorst, 1829) mit Mitteilungen über paranormale Träume und
Visionen der Patientin sowie von ihr hervorgerufenen psychokinetischen
Phänomene.
Dieses
Buch ist seit den Schriften Agrippas der stärkste Fortschritt der
Geheimwissenschaften gewesen. Aber auch sonst hat Kerner treffliche, für seine
Zeit sehr bedeutsame okkult. Schriften publiziert: „Blätter aus Prevorst“
(1831-1839), „Geschichten Besessener neuerer Zeit“ (1834).
Auch
belletristische Texte Kerners, wie z. B. die Erzählung Die Heimatlosen,
enthalten parapsychologisch Relevantes.
Es ist
aber falsch, Kerners Okkultismusforschung als Teil seines poetischen Schaffens
sehen zu wollen:
Er
betrachtete sich im Hinblick auf seine Geisterforschung als
Naturwissenschaftler (heute würde man ihn vielleicht als philosophischen
Anthropologen bezeichnen).
Der
handschriftliche Nachlass Kerners im SchiIler-National-Museum in Marbach a. N.
enthält noch unveröffentlichtes Material zum Komplex seiner okkulten Studien
(von Jennings 1965, 1968, 1974 teilweise ausgewertet).
Die
Quellen von Kerners Okkultismus sind der Pietismus, die romantische Philosophie
eines Schelling und Schubert, die Gedanken Jung-Stillings und Swedenborgs. Für
den Arzt Kerner die Lehren Mesmers (Kerner
behandelte mit Passes und glaubte an die Existenz eines feinstofflichen
Fluidums).
Quellen:
Sphinx Lexikon
Lexikon der Esoterik – Helmut
Werner