Jung, Carl Gustav (1875-1961)
Schweizer Professor und
Psychoanalytiker.
Anfänglich ein Schüler Freuds,
gründete er 1912 eine eigene Richtung: die analytische bzw. komplexe
Psychologie.
Jung hat sich seit seiner
Doktorarbeit „Zur Psychologie und Pathologie sogenannter okkulter Phänomene“
(1902) mit Okkultismus und Spiritismus beschäftigt.
Von 1895-99 führte er mit seiner
Cousine Helene Preiswerk als Medium spiritistische Experimente durch. Später
folgen wichtige Studien über Telepathie und Geisterglauben:
„Die psychologischen Grundlagen
des Geisterglaubens“(1928).
Zum Bruch zwischen Freud und Jung
kam es durch ihre verschiedenen Auffassungen von der Traumdeutung und anderem
Material, das aus dem Unterbewusstsein ins Bewusstsein dringt.
Freud Glaubte, dass die Symbolik
der Träume rein sexueller Natur ist. Jung dagegen war in seiner Traumdeutung
viel liberaler. Er erkannte die Bedeutung der tieferen Aspekte der menschlichen
Psyche. Er berücksichtige die polaren Kräfte im Menschen, die nach Harmonie
streben. Daraus entwickelte er die Theorie von Animus und Anima,
dem männlichen Anteil in der Frau und dem weiblichen im Mann. Des weiteren
sieht er in der Kreativität die Einwirkung des kollektiven Unbewussten, indem
die Archetypen und Mythen gespeichert sind.
Jungs gesammelte Werke umfassen
fast 20 Bände. Seine Begeisterung und Schaffensfreude zeigt sich auch darin,
dass seine Bücher gut verständlich geschrieben sind. Er schrieb nicht, um zu
Ruhm und Popularität zu gelangen. Seine Schriften zeugen von einer außergewöhnlichen
Klarheit und Bewusstheit.
Quelle:
Lexikon
der Esoterik – Helmut Werner
Lexikon
Esoterik- David Harvey