Die Familie Fox – Hydeville 1847
Geister Verstorbener besuchen die
Welt der Lebenden. Kontakte mit dem Jenseits. Gespräche mit Toten. Solche
Themen sind vielen heutigen Zeitgenossen suspekt. Kein Wunder, in einer Zeit,
die Jugendlichkeit zum Ideal erhoben hat, gibt es wenig Platz für die
esoterische Auseinandersetzung mit Tod und Jenseits. Das war zu Zeiten des
Spiritismus in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ganz anders.
1847 fand die Familie Fox in
Hydeville, New York, ein neues Zuhause. Familienoberhaupt John Fox, ein
geachteter Farmer, Mitglied der Methodistenkirche, gab nichts auf die Gerüchte
um angebliche Spukerscheinungen im Haus. Im Frühjahr 1848 aber bestand kein
Zweifel mehr. Alle Familienangehörigen nahmen seltsame Geräusche, die scheinbar
aus dem Nichts kamen, wahr. Bald folgte so etwas wie ein Ritual. Am frühen
Abend krachte, polterte, und klopfte es. In der Nacht erklangen dann Furcht
einflößende Schläge, für die es keinerlei natürliche Erklärung gab.
Am Abend des 31. März 1848 reagierte
die siebenjährige Tochter Kate Fox auf das erschreckende Geklopfe. Sie sagte
laut: "Herr Spaltfuß, tu, was ich mache!" Dann klatschte sie mehrfach
in die Hände. Sekunden später ertönten wieder die Klopfgeräusche. Margareta,
die zehnjährige Tochter, spielte mit. Jetzt mach genau nach, was ich jetzt
mache!" Sie zählte laut bis vier, wobei sie bei jeder Zahl kräftig in die
Hände klatschte.
Mr. Fox wurde auf das seltsame
Geschehen aufmerksam. Er erkannte, dass ein Dialog möglich war - mit einer
geheimnisvollen, unsichtbaren Energie, die Klopfgeräusche aus dem Nichts
erzeugte. "Bist du ein Geist?" fragte Mr. Fox. "Dann klopf zwei
Mal!" Umgehend erklang unheimlich schallend die bejahende Antwort. Die
Kunde von dem Phänomen machte die Runde. Immer mehr Neugierige kamen, um den
"Geist" klopfen zu hören. Ein Mr. Issak Post schlug vor, mit dem
Geist doch einen Code zu vereinbaren, der es dem Unsichtbaren ermöglichen
sollte, sich explizit und verständlich zu äußern.
Man einigte sich auf einen
simplen, wenn auch etwas zeitaufwändigen Code. Man bat den Geist, das Alphabet
wie folgt auszudrücken: "a" gleich ein Klopflaut, "b" zwei,
"c" drei Klopflaute und so weiter. Allem Anschein nach ging der Geist
sehr gern darauf ein. Er stellte sich als Charles Ryan vor, sei Krämer von
Beruf gewesen und im Hause, das nun die Familie Fox bewohnte, ermordet worden.
Seine Gebeine, so teilte er weiter mit, habe man im Keller verscharrt. Er gab
die genaue Stelle seines Grabes an. Als John Fox dort nachgraben ließ, fanden
sich die sterblichen Überreste eines Mannes.
Ein Zeitgenosse der Familie Fox
war Andrew Jackson Davis (1826-1919). Durch
Hypnose in Trance versetzt, wurde er zum "Medium". Angeblich sprachen
dann Jenseitige aus seinem Mund.
Quelle:
Das große Buch der Esoterik-
Walter-Jörg Langbein